"AREALÜBERBAUUNG RIED", STUDIENAUFTRAG 2. RANG, HAUSEN AM ALBIS ZH

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"AREALÜBERBAUUNG RIED", HAUSEN AM ALBIS ZH, STUDIENAUFTRAG 2. RANG

Städtebau

Die städtebauliche Antwort auf die Frage der Schliessung der Dorfrandlücke und der programmatisch geforderten hohen Dichte der Bebauung, besteht in der Bildung von drei Gebäudegruppen. Diese Konzentration der gebauten Strukturen ist zugunsten der Aussenräume. Die vorhandene Einstülpung der Landschaft in die dörfliche Struktur wird dabei nicht als Missstand empfunden den es zu beheben gilt, sondern als Qualität die zu erhalten ist.

Das Fünfeck als Antwort auf die spezifische Geometrie des Ortes

Jede Gebäudegruppe besteht aus drei Baukörper, die in ihrer kompakten Anordnung die Landschaft durch die Bebauung fliessen lassen. Aus- und Durchblicke in die Natur bleiben erhalten. Die abgewinkelten Fassaden resultieren aus der spezifischen Geometrie des Ortes und der gewünschten Kompaktheit der Figur.  Die gegen innen gerichteten geraden Fassaden bilden geometrisch klar abgerenzte Innenhöfe. Der bewohnte Sockel fasst die Figur zusammen und nimmt die Topographie auf. Zugänge in die Landschaft über Aussentreppen brechen den Sockel auf und rythmisieren ihn.

Farbkonzept

Grundlage für das Farbkonzept sind die bestehenden Höfe und  Gebäudegruppen im Ort mit ihrem Wechselspiel der Materialien und Farben. Dank diesem Wechselspiel erhält jede Gruppe ihre eigene Identität und fügt sich durch die Kontinuität der Materialien und Farben ins Ortsbild ein.
Die Farbtöne für die Wohnüberbauung wurden von der unmittelbaren Umgebung abgeleitet. Die Gebäude lassen sich so in die vorhandene Umgebung optimal integrieren. Ein warmes Bronzebraun erscheint bei jeder Gebäudegruppe an den Aussenfassaden und verbindet die einzelnen Gebäude sowie die ganze Siedlung miteinander. Im Wechsel zu der  einheitlichen äusseren Farbgebung erhält jede Gruppe an den Hoffassaden eine differenzierte warme Farbigkeit. Ein ruhiges Beige belebt den Hof bei den Alterswohnungen und dem Gewerbegebäude, ein kräftigeres Gelb und eine lichtes Ocker die beiden Höfe der Wohngruppen.
Mit dem Wechsel der Fassadenfarben entsteht eine spannende Auseinandersetzung mit Raum und Perspektive, welche in jeder Tages- und Jahreszeit anders mit dem Kontext in den Dialog tritt.

Wohnen im Alter

Die nordöstliche Gebäudegruppe bietet Lebensraum für Menschen, die auch im Alter unabhängig wohnen wollen. Es sind Wohungen vorgesehen, die sich durch gute Besonnung und attraktiven privaten Aussenräumen mit Ausblick in die Ferne auszeichnen. Einerseits lassen die Wohnungen einen unabhängigen Lebensalltag zu, der für die Bewohner näher an der vertrauten, vorangehenden Wohnform ist als am Leben im Heim. Andererseits erleichtern ein breites Angebot an altersgerechten Dienstleistungen und Aktivitäten sowie das vorhandene soziale Umfeld den Alltag bis ins hohe Alter.
Es werden günstige  Wohnungen angestrebt. Durch die kostengünstige und kompakte Bauweise (Mauerwerk und Aussendämmung) und den durch gute Dämmung niederen Betriebskosten werden hierfür die Grundlagen  geschaffen. Gemeinsame Orte der Begegnung finden sich als Erweiterungen im Treppenhaus oder als attraktive Aussenräume im Hof.

Landschaft

Die Setzung der Gebäude in der nach Süden leicht abfallenden Topographie des Bebauungsperimeters fokussiert sich auf die im Süden liegende offene Landschaft.
Der gestaltete Landschaftsraum der neuen Siedlung wird durch eine üppige Bepflanzung aus Sträuchern und Bäumen erzeugt, die die Bebauung an den Strassen begrenzt. An der Perimetergrenze zur offenen Landschaft gibt es hingegen keine Eingrenzung mittels Bepflanzung. Die Wiese erstreckt sich in die Siedlungsstruktur und bietet im Erdgeschoss der drei Wohninseln grosszügige Aussenräume für die Inselgemeinschaft.
Das strauchige Element, das sich über die sanft modulierte Topographie verbreitet, lehnt sich typologisch an die bestehenden Hecken der benachbarten Wohneinheiten an. Ausserdem bietet es am Strassenraum Schutz und eine robuste Struktur für die Unterbringung von Besucherparkplätzen und Abfallcontainern. In den Rhododendron- und Apfelsträuchern wächst ein lockerer Baumhain bestehend aus Birken und Erlen. Die Erlen verbreiten sich entlang zwei zum tiefsten Punkt leitenden Versickerungsgräben.
Die wilde und üppige Vegetation um die drei Wohninseln kontrastiert die klar gestaltete Hofstruktur der Baukörper. In die Höfe kommt man über einen asphaltierten Hauptzugang, der zu den Hauseingängen führt. Zwischen der offenen Landschaft und den Höfen gibt es einen Höhenunterschied, aus dem sich attraktive Terrassenlagen zwischen den Gebäuden ergeben. Die Höfe sind durch einfache Elemente charakterisiert, die man in dieser Zusammensetzung typischerweise auf dem Land findet: ein chaussierter Platz mit einem Solitärbaum, einer langen Bank und einem Brunnen. Um die Raumqualität der Höfe zu verstärken, sind auf den Terrassen zwischen den Gebäuden kleine Bosquets angelegt, die an sonnigen Tagen gleichzeitig auch einen schattigen Platz zum Verweilen anbieten. Jeder Hof vertritt eine andere Baumart: Linde, Eiche und Hainbuche.