ÜBERBAUUNG "ZENTRUM OBERDORF", AFFOLTERN AM ALBIS ZH, STUDIENAUFTRAG 2. RANG

Home  Ι  Impressum  Ι  Disclaimer  Ι  Suche

ÜBERBAUUNG "ZENTRUM OBERDORF", AFFOLTERN AM ALBIS ZH, STUDIENAUFTRAG 2. RANG

Städtebau/Gestaltungsplan

Entlang der Dorfstrasse und im Kirchenbezirk grenzen neuzeitliche, gesichtslose Wohnbauten  an eine intakte Dorfstruktur. Am Sternenkreisel markiert ein stimmiges Gebäude aus den Anfängen des letzten Jahrhunderts eine städtebauliche Ecke.
Dem Entwurf liegt die Haltung zu Grunde, auf diese drei unterschiedlichen Nachbarschaften mittels klar definierter und selbstbewusst wirkender Baukörper einzugehen und somit den Ort zu klären. Nur so kann dieser seiner Bedeutung als neues Zentrum gerecht werden.
Am Sternenkreisel bildet ein 5-geschossiges Wohn- Geschäftsgebäude einen neuen städtebaulichen Akzent, während der ganze nördliche Bereich sich mit niedrigen horizontalen Gebäudevolumen der Kirche und der Dorfzone konsequent unterordnet.
Die Piazza wird als das eigentliche Zentrum des Ortes gelesen, von dem aus sich das Projekt entwickelt. Überspannt von einer leichten, glasgedeckten Dachstruktur bildet sie den Auftakt zu einer Sequenz von drei Höfen, die sich zum Kreisel hin in der Höhe entwickeln.
Die mögliche Gebäudehöhe wird damit grösstenteils massiv unterschritten. Die Mantellinie des Baufeldes wird durch die rechtwinklige Gebäudeform in den Ecken nur geringfügig überschritten, was gem. §4.1 des Gestaltungsplan zulässig ist (vgl. beiliegender Bericht).

Verkehr/Erschliessung

Das Erschliessungskonzept sorgt für eine optimale Entflechtung von motorisiertem Verkehr und Langsamverkehr. Das Zusammenfassen und Vorziehen von Tiefgarageneinfahrt und -ausfahrt ermöglicht ein gefahrloses Queren von Fussgängern und Velofahrern im Knotenpunkt  Fabrikweg/Oberdorfstrasse, eine einfachere Anlieferung und entlastet den Raum zwischen dem neuen und dem alten Zentrum, sodass in diesem Bereich publikumsintensive Nutzungen besser etabliert werden können. Der „neue“ Fabrikweg ist für Velos und Fussgänger übersichtlich und bis zum Sernenkreisel frei von Autoverkehr.

Nutzungskonzept

Auf einem Sockelgeschoss, in welchem nebst den Migros-Nutzungen auch das Notfall-Ärztezentrum untergebracht ist, sitzen zwei Baukörper, die vom Sockel mit einer deutlichen Konstruktionsfuge abgesetzt sind. Die Funktionen gruppieren sich um zwei Innenhöfe. Die Erschliessungwege und Nasszellen können dadurch natürlich belichtet werden.
Die Zonierung von Erschliessungszone und Haustechnik-Kernen an den Innenhöfen, sowie den  Nutzflächen an den Aussenfassaden, ermöglicht innerhalb der gleichen Struktur sowohl Wohnen wie Gewerbe.
Durch die konsequente Westorientierung der Wohnungen sowie die strassenseitigen  Gewerberäume entstehen ruhige, gut besonnte Wohnungen und präsente Gewerberäume. Darüber hinaus kann auf diese Weise gut auf die am Ort herrschende Lärmproblematik reagiert werden. Die Grundrisse sind so gehalten, dass überall sowohl Gewerbe als auch Wohnungen angeordnet werden können. Damit ist die grösstmögliche Flexibilität gegeben.

Energie-/Haustechnikkonzept

Sowohl der Anschluss an das Fernwärmenetz als auch die Nutzung des Grundwasservorkommens für die Rückkühlung und Klimatisierung der Räumlichkeiten sorgen für eine energetische Optimierung des Gebäudes. Darüber hinaus kann die von der Migros produzierte Abwärme zur Beheizung der Wohnungen genutzt werden.
Die Abfangschicht über dem Ladengeschoss übernimmt die horizontale Verteilung der Ver- und Entsorgungsleitungen der über dem Sockelgeschoss liegenden Geschosse. Die Installationen sind damit auch später noch zugänglich und können an günstigen Orten entlang der Fassade und Treppenkerne nach unten geführt werden, so dass die Ladenfläche der Migros im Innern frei von Vertikalquerungen gehalten werden kann. Die Technikzentrale befindet sich im 2. UG.

Statikkonzept/Parkgarage

Die Obergeschosse werden über eine wirtschaftliche Stahlkonstruktion in der Abfangschicht in einem weites  Achsraster übergeführt, welches mit der darunter liegenden Parkgarage korrespondiert. Nur sieben Stützen durchstossen die Ladenfläche, was eine optimale Flexibilität des Ladendesigns garantiert.
Die konsequent rechtwinklige Anordnung der Anlage führt zu einer effizienten, einfachen und übersichtlichen Parkierung.

Fassade/Gestaltung

Das Sockelgeschoss ist in einer eingefärbten vorfabrizierten Betonkonstruktion vorgesehen, was eine optimale Vandalensicherheit garantiert. Den Obergeschossen ist eine Schicht vorgelagert, welche aus der Stahlkonstruktion für die Piazza-Überdeckung abgeleitet ist. Diese übernimmt Abschlüsse, Sonnenschutz und Geländerbefestigung, verbessert den Blendschutz insbesondere für die Arbeitsplätze und ermöglicht die einfache Reinigung der Fenster. Die Fassade ist damit bezüglich Ihrer Nutzung neutral und ermöglicht die maximale Flexibilität.